Das Terroir

Das Weingut Boucabeille … 28 Ha Reben auf Schieferuntergrund an den Hängen des Hügels Forca Real, unweit von Perpignan

Dieses Weingut verdankt sein Bestehen einer wahnwitzigen Herausforderung :

Diese Hänge, wo früher Jahrhunderte lang die besten Weine der Region erzeugt worden waren, erneut mit Reben zu bepflanzen, nachdem hier bereits die Rebflächen im Laufe des 20. Jahrhunderts wegen zu hohem Arbeitsaufwand und mangelnder Rentabilität aufgelassen worden waren.
Die Neubepflanzung wurde Mitte der Siebziger Jahre in Angriff genommen, mitten in der mediterranen Strauchheide, deren Fauna und Flora denkbar ungünstige Bedingungen für die Rebsetzlinge waren.

Was ist heute daraus geworden: 11 Terrassen von ca. hundert Meter Länge und zwanzig Meter Breite, die zwischen 200 und 350 m ü.d. M liegen. Zufahrtswege, die den Höhenlinien folgen, trennen die einzelnen Terrassen voneinander. Die Parzellen, in Süd-Ost Richtung angelegt, profitieren vom maritimen Klima und sind vor der sengenden Abendsonne geschützt. Beträchtliche Schieferablagerungen aus dem Paläozoikum (vor 400/500 Millionen Jahren) bilden auf dem gesamten Gebiet die Grundlage des Weinbergs und verleihen ihm die charakteristische Note.

Auf diesen Hängen gedeihen jetzt die über 30jährigen Reben vortrefflich. Ihre Wurzeln gründen tief in den kargen und trockenen Böden mit guter Durchlüftung, und sie holen sich aus den feuchten Schieferspalten die notwendigen mineralischen Stoffe für ihr Wachstum.

Rund um den Weinberg: In den neunziger Jahren wurden hier ca. 20 ha Wald aufgeforstet mit den gängigsten mediterranen Baumarten, wie Pinien und Eichen, und nahezu hundert Bienenvölker sorgen für den Erhalt einer artenreichen Flora.

In dieser Umgebung, die wir in mehr als 30 Jahren geduldiger Arbeit gestaltet haben, produziert das Weingut – fernab von Dörfern und gewerblichen Tätigkeiten – seine Trauben auf biologischer Grundlage. Die starke Hanglage des Weinbergs lässt keinen maschinellen Einsatz zu, so dass alle Arbeiten im Weinberg von Hand erledigt werden müssen.

Auf den Gärprozess des Weinmosts in den Gärbehältern nehme ich nur geringfügigen Einfluss, damit der Wein ein glaubwürdiger Zeuge dieses ökologischen Anbaugebiets bleibt.

Jean Boucabeille, Winzer